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#Kaffeewissen

Entkoffeinierter Kaffee: Warum und wie geht das?

Ein Beitrag von Die Redaktion in der Kategorie #Kaffeewissen  vom 28. November 2017

Du kennst es sicher auch: ohne deinen morgendlichen Schub Koffein wirst du nicht richtig wach. Wer kam auf die Idee, Kaffeebohnen zu entkoffeinieren und welche Verfahren dazu gibt es? Inzwischen können auch wir entkoffeinierten Kaffee anbieten – hier erfährst du mehr.

1903: Die Erfindung des Entkoffeinierens

Die Entstehungsgeschichte von entkoffeiniertem Kaffee geht auf das Jahr 1903 zurück. Der Bremer Kaffeehändler und Gründer von „Kaffee HAG“, Ludwig Roselius, führte den Tod seines Vaters zum Teil auf einen überhöhten Kaffeekonsum zurück. Daraufhin entwickelte er das nach ihm benannte Roselius-Verfahren – bei dem er die ganzen Bohnen zum Quellen zunächst in Salzwasser einlegte, um dann mit Hilfe von Benzol das Koffein aus der Bohne zu extrahieren. Da Benzol heutzutage als krebserregend gilt, wird dieses Verfahren natürlich nicht mehr angewendet.

Wie werden unsere 'Decaf' Sorten entkoffeiniert?

Der Coffee Circle Decaf Kaffee und Espresso wurde unter der Verwendung von Ethylacetat entkoffeiniert. Dabei handelt es sich um ein „natürliches“ Lösungsmittel, das aus Rohrzucker gewonnen wird und mit dem über 97 % des Koffeingehalts herausgelöst wird. Die Rückstände des Ethylacetats liegen unter 30 ppm und der Kaffee ist daher frei von Fremdgeruch und -geschmack.

Wir haben lange Zeit suchen müssen, um einen entkoffeinierten Kaffee zu finden, der uns geschmacklich überzeugt. Lange haftete Decaf der Ruf an, geschmacklich minderwertig zu sein, was leider meist auch der Fall war. Doch in der Unichaparral Kooperative in Tolima, Kolumbien, wurden wir fündig. Vollmundig, süß, nuanciert – man merkt diesem Kaffee nicht an, dass das Koffein fehlt.

Das Ethylacetat-Verfahren ist umweltfreundlicher als der Schweizer-Wasser-Prozess (unten mehr), bei dem der Wasserverbrauch enorm hoch ist. Man unterscheidet auch sprachlich zwischen den beiden Verfahren: Der Schweizer-Wasser-Prozess wird als „indirekt“ angesehen, wohingegen das Verfahren mit Ethylacetat als „direkt“ bezeichnet wird.

Wir haben lange nach einem entkoffeinierten Kaffee gesucht, der uns geschmacklich überzeugt. Endlich sind wir fündig geworden!

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Weitere Verfahren

Der Schweizer-Wasser-Prozess ist kompliziert und aufwendig

Heute gibt es zahlreiche andere Verfahren, den Kaffee zu entkoffeinieren. Der Schweizer-Wasser-Prozess ist zwar beispielsweise chemiefrei, aber dafür umso aufwendiger. Im ersten Schritt werden die grünen Kaffeebohnen so lang in heißes Wasser eingelegt, bis alle Bestandteile herausgelöst sind. Die Bohnen dieses ersten Arbeitsschritts werden entsorgt. Das Wasser mit den gelösten Bestandteilen hingegen wird weiterverwendet.

Im nächsten Schritt wird das Wassergemisch durch einen Kohleaktivfilter gepresst, sodass das enthaltene Koffein entfernt wird. Anschließend werden neue Kaffeebohnen in dieses Wasser eingelegt. Dadurch, dass das Wasser durch den ersten Arbeitsschritt vollkommen mit Kaffeebestandteilen versetzt wurde, wird den neuen Kaffeebohnen nun nur noch das Koffein entzogen. Dieser Schritt kann so lange wiederholt werden, bis die Bohnen nur noch einen Koffeingehalt von 0,1% aufweisen. Denn dies ist der Richtwert für koffeinfreien Kaffee, welcher von der EU vorgegeben ist.

Dieses Verfahren wird jedoch kaum mehr angewendet, weil es unwirtschaftlich und nicht besonders umweltfreundlich ist. Zum einen wird Rohkaffee benutzt, der anschließend entsorgt wird und nicht mehr weiterverwendet werden kann. Zum anderen wird sehr viel Wasser benötigt.

Zum Vergleich: Gerösteter Kaffee kommt bei Arabica Bohnen auf circa 1,2% Koffein und bei den koffeinhaltigeren Robusta Bohnen auf bis zu 2,6% Koffein. Bei höchstens 0,2% Koffein gilt ein Kaffee als koffeinarm, bei maximal 0,08% kann er als koffeinfrei bezeichnet werden.

Lösungsmittel wie Dichlormethan

Bei einem weiteren gängigen Verfahren werden die rohen Kaffeebohnen erst in heißem Wasser oder Wasserdampf quellen gelassen und anschließend rund 10 Stunden lang mit Lösungsmitteln, wie Dichlormethan, behandelt. Diese Lösungsmittel sind nicht unbedenklich, werden aber weiterhin verwendet. Diese Lösungsmittel sind für unsere Decaf Sorten nicht im Einsatz.

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