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#Interviews

Auf einen Kaffee mit Selosoda

Ein Beitrag von Katrin Engel in der Kategorie #Interviews  vom 26. Juli 2015

Bei Kaffee denken wir alle an frisch geröstete Bohnen, mit denen wir jeden Morgen in den Tag starten. Kaum einem ist bewusst, dass es sich bei den Bohnen um den Samen einer – bisher völlig unterschätzten – Kirsche handelt. Laura Zumbaum von Selosoda hat dieses Potential erkannt.

Berlin, Wedding. Wir treffen uns in unserem Büro auf einen Kaffee der besonderen Art, denn Laura hat ein paar Flaschen ihres neuen Erfrischungsgetränkes Selosoda mitgebracht. Wir kennen uns bereits, denn Laura hat beruflich einige Zeit bei Coffee Circle verbracht und die Leidenschaft für Kaffee entwickelt. Wir stoßen an. Der Stolz, dass das Produkt nach monatelanger Entwicklung und liebevoller Vorbereitung endlich da ist, getrunken werden kann, ist Laura deutlich anzusehen.

Update vom Mai 2017!

Unsere ehemalige Mitarbeiterin Laura hat vor über 2 Jahren Selosoda gegründet und damit eine Bewegung gestartet! Jetzt steht sie vor einem großen Problem und ihr könnt sie unterstützen. Wir haben mit Laura gesprochen.

Laura, was ist in den letzten Wochen passiert?
Vor knapp 2 Jahren haben wir mit dem Erfrischungsgetränk selo die erste Erfrischung aus der Kaffeekirsche auf den Markt gebracht. Damit schaffen wir bisher zusätzliche, börsenunabhängige Einkommensströme für Kaffeefarmer in Lateinamerika – und bieten Konsumenten ist Deutschland eine natürliche, gesunde Alternative zu konventionellen Limonaden und Energydrinks. Nun wurde der Kaffeekirsche, unserem absoluten USP, soeben die Zulassung als Lebensmittel auf EU-Ebene aberkannt – da sie nicht vor 1997 innerhalb der Mitgliedsstaaten in nennenswerter Menge konsumiert wurden ist. Theoretisch können wir mit dem Beschluss Insolvenz anmelden, die Produktion ist bereits gestoppt. Genau wie Apfelkerne Teil des Apfels und Orangenzesten Teil der Orange sind, wurden Kaffeebohne und Kirsche bisher als eine Rohware betrachtet.

Wie ist deine Antwort auf diesen Beschluss?
Kaffeebohne und Kirsche bilden gemeinsam eine Frucht und werden in Ursprungsländern seit Jahrhunderten konsumiert. Die aktuelle Gesetzeslage verdeutlicht leider, dass das Angebot der Nahrungsmittelindustrie stark von den Interessen konventioneller Großkonzerne und einer bürokratischen Gesetzeslage geprägt ist – da geraten alle Ziele nachhaltiger Entwicklung in Vergessenheit. Während übersüße Limonaden und versalzene Chips zu günstigen Preisen in Kantinen und Discountern verkauft werden, verhindern vermeidliche Verbraucherschutzgesetze ein diversifiziertes, nachhaltiges und gesundes Produktsortiment.
Wir sind absolut für den Schutz des Konsumenten, können aber nur schwer nachvollziehen wie ein Gesetzes-Katalog identisch für die Kaffeekirsche, wie auch für Phospholipide aus Eidotter und Phytosterinester greifen kann (hinter der Zulassung stehen Firmen wie Unilever) und Zulassungsverfahren gerne 4 Jahre in Anspruch nehmen.

Wie kann man dich unterstützen?
Diskutieren, die Botschaft und das Video teilen und fleißig selo trinken, denn jeden Moment droht ein Verkaufsstopp.

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Die Gründerin Laura

Geschmacklich bringt dieses Getränk neben dem leichten Kaffeegeschmack Aromen von Orange, wildem Honig und eine rauchige Note mit.

Was ist Selosoda? Es handelt sich dabei um eine natürliche ungesüßte Erfrischung aus dem Fruchtfleisch der sonnengetrockneten Kaffeekirschen, auch Cascara genannt und enthält einen Spritzer Bio-Zitronensaft und leichte Kohlensäure. Selosoda ist so koffeinhaltig wie ein doppelter Espresso und kann pur genossen werden, eignet sich aber auch besonders gut als Basis für Drinks. Geschmacklich bringt dieses Getränk neben dem leichten Kaffeegeschmack Aromen von Orange, wildem Honig und eine rauchige Note mit. Ich selbst konnte mir zunächst wenig unter dem Geschmack vorstellen, bin aber spätestens nach dem dritten Schluck überzeugt.

Von dem selbst entwickelten Drink namens “Hello Soda” habe ich mich auf dem Launch Event insgesamt sogar vier Mal überzeugt und schwer verliebt. Ich sage euch: dieses Getränk wird zuerst die Berliner Bars überzeugen und anschließend das ganze Land. Denkt an mich, Katrin hat es euch gleich gesagt! Aber kommen wir zu den Details. Ich habe Laura fünf Fragen gestellt.

Interview mit SeloSoda

1. Wie ist Selosoda entstanden?

Durch meine beruflichen Erfahrungen mit Kaffee bin ich natürlich immer interessiert an Röstereien, spannenden Sorten, neuen Röstungen. In einer Rösterei in London habe ich dann das erste Mal Cascara als Tee probiert und war begeistert. Das Fruchtfleisch und die Schale der Kirsche machen ein Drittel des Ernteertags aus, welches bisher als Abfallprodukt endete oder bestenfalls noch als Dünger verwendet wurde. Nur vereinzelt wird der Cascara lokal und in Röstereien dieser Welt als Tee aufgebrüht. Der Geschmack hat mich total überzeugt: Wir nutzen einen Rohstoff, der bisher meist einfach verworfen und vor allem selten korrekt aufbereitet und anschließend exportiert wird – und doch soviel Potential hat. Denn das Fruchtfleisch enthält alles, was man braucht: Nährwerte, Aromen, Koffein und natürliche Fruchtsüßen. Glücklicherweise habe ich einen Farmer in Südamerika kennengelernt, der seit 4 Ernten mit Cascara arbeitet und ein wirklicher Experte ist.

2. Wie wird Selosoda produziert?

Die Kaffeekirschen werden auf Drying Beds getrocknet und regelmäßig gewendet. Dadurch entsteht ganz natürlich ein Zuckeranteil. Nach ca. 12 Tagen wird das Fruchtfleisch von den Bohnen getrennt. In Deutschland brühen wir daraus dann eine Art Früchtetee, den wir mit Kohlensäure und einem Spritzer Bio-Zitrussaft verfeinern. Eine kleine Brauerei an der Schweizer Grenze füllt Selosoda dann in 0,25l Flaschen für uns ab. Wir nutzen dazu kleine Bierflaschen aus den 60ern, die keine Verwendung mehr finden. In der Abfüllung lag übrigens die große Herausforderung: einen Abfüller zu finden, der mutig genug ist, etwas neues zu wagen. In Berlin sind wir damit gescheitert.

3. Wo soll man Selosoda zukünftig ergattern können?

Wir gehen zur Zeit vor allem auf die Gastronomie zu, denn Selosoda ist eine tolle Basis für Drinks. Wir sind wie gemacht für die Café- und Röstereiszene, denn dort wird das Produkt verstanden und geschätzt. Auch für Restaurants ist Selosoda passend, da es zu bestimmten Gerichten perfekt passt. Und wir haben unseren Online-Shop, man kann also auch bestellen.

4. Verratet ihr uns das Rezept für den Drink “HalloSoda”?

Na klar! Mische:

  •  2 cl Monkey 47 Gin
  • 1 cl frischer Zitronensaft
  • 1 Spritzer Rohrzuckersirup
  • 150 ml SeloSoda

Dekoriere mit einem Streifen Grapefruit Schale und einer schönen Blüte – fertig! (Köstlich! Anm. d. Red.)

Interview mit SeloSoda

5. Wo kann man euch schon finden?

Bisher vor allem in Berlin, z.B. OSLO Kaffeebar, Disctrict, Aunt Benny, Gordon, Ben Rahim, Companion, Bryck Bar… – die Liste wird hoffentlich bald länger. In München findet man uns im Mahlefitz, in Hamburg im Less Political.

www.selosoda.com

Interview mit SeloSoda
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Der Geschmack
Bei Kaffee denken wir alle an geröstete Bohnen, mit denen wir morgens in den Tag starten. Kaum einem ist bewusst, dass es sich bei den Bohnen um den Samen einer - völlig unterschätzten - Kirsche handelt. Wir präsentiere: Selosoda!
Interview mit SeloSoda
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Katrin Engel

Schwer vorstellbar: Vor Coffee Circle trank Katrin keinen Kaffee. Doch das hat sich mit der Zeit geändert und jetzt geht's nicht mehr ohne. Als unsere erste Festangestellte verantwortet sie den Bereich Marketing und Kommunikation. Dabei schlägt ihr Herz für den Contentbereich, unseren Blog und die Videoproduktion.

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