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Gelingt gut mit der Porlex

8 Handkaffeemühlen im Test

Die klassische Handkaffeemühle ist weit mehr als nur Nostalgie. Praktisch für unterwegs und durchaus fähig mit den Mahlergebnissen der elektrische Konkurrenz mitzuhalten. Du bist aktuell auf der Suche nach einer Handkaffeemühle, kannst dich bei der großen Auswahl aber nicht entscheiden? Wir haben 8 Mühlen für dich getestet und verraten dir hier unsere 3 Testsieger.

Welche Mühlen haben wir getestet?

Insgesamt haben wir 8 Mühlen getestet. Allerdings stellen wir dir hier nur unsere drei Testsieger ausführlich vor.

  • Hario Mini Slim Plus
  • Hario Skerton Plus
  • Porlex Mini
  • Hario Canister
  • Handground
  • Zassenhaus Quito
  • Comandante C40 MK3
  • Rixow

Welche Kategorien haben wir getestet und verglichen?

Hier erfährst du, warum du uns vertrauen kannst. Mehr erfahren ›

  • Verarbeitung (20%)
  • Bedienung (30%)
  • Mahlgut (50%)
  • Mahlwerk
  • Ø u. Material Mahlwerk
  • Mahlgradeinstellungen
  • Maße (inkl. Kurbel)
  • Mahlgeschwindigkeit für 18g Kaffee
  • Design
  • Gewicht

Anmerkung: Was kann ich von meiner Handkaffeemühle erwarten und was nicht? Ein ausreichendes bis sehr gutes Mahlgut für die Kaffeezubereitung – auf jeden Fall. Ein entsprechendes Mahlgut für Espresso liefert aber einzig die Comandante. Da die Mühle mindestens genauso wichtig für einen guten Espresso wie eine gute Espressomaschine ist, sollte man hier nicht anfangen zu sparen. Eine Handmühle ist nicht unbedingt die beste Ergänzung einer Espressomaschine. Zum Espressomühlen-Test ›

In Kürze: Unsere Favoriten

Comandante C40 MK3

Mehr oder weniger überraschend ist die Comandante MK3 Testsieger geworden. Die Mühle vom süddeutschen Hersteller hat in jeglicher Hinsicht überzeugt. Sie liefert ein Mahlergebnis, das sogar unsere Mahlkönig Guatemala alt aussehen lässt. Das scharfe Kegelmahlwerk aus hochstickstoffhaltigem Edelstahl ermöglicht beim gesamten Spektrum von ca. 35 Mahlgraden eine extreme Homogenität, kombiniert mit sehr wenig Feinstaub.

Die Bohnen aus der Rösttrommel
Günstige Alternative

Zassenhaus Quito

Die gute aber günstige Alternative ist der Comandante nachempfunden: die Zassenhaus Quito. Sie kann zwar nicht bei dem Mahlergebnis des Testsiegers mithalten, erreicht aber dennoch gute Werte und bietet mit 25 Mahlstufen zumindest eine ähnliche Flexibilität. Durch eine ähnliche Bauweise mit doppelter Achsenlagerung und doppeltem Kugellager wird der Mahlvorgang zu einer ähnlich angenehmen Veranstaltung wie bei der Comandante.

Porlex Mini

Preis- Leistungs- Sieger wurde die Porlex Mini. Sie arbeitet mit einem Kegelmahlwerk aus Keramik und bietet ein erstaunlich homogenes Mahlergebnis für eine Mühle ihrer Preisklasse. Sie ist gut verarbeitet und besteht fast ausschließlich aus Edelstahl. Die kleine Version der Porlex liegt aufgrund ihres Gummirings und ihrer kleineren Größe besser in der Hand als die Porlex Tall. Außerdem eignet sich besser als kleine Reisemühle.

Kaufratgeber Kaffeemühlen: Was du wissen solltest

Drei Testsieger ausführlich beschrieben

Testsieger: Comandante MK3

Hergestellt in Deutschland, erfreut sich rund um die Welt in der Kaffeeszene extremer Beliebtheit: Die Comandante MK3. Und das aus gutem Grund. Sie ist gleich in vielerlei Hinsicht mit deutlichem Abstand die beste Handkaffeemühle am Markt und setzt komplett neue Standards.

Beginnen wir mit der Betrachtung des Mahlergebnisses. Schaut man sich die Größenverteilung der Kaffeepartikel unserer Testmühlen an, fällt sofort der große Abstand der Mühle des deutschen Herstellers in der Homogenität auf. Sie schlägt sogar unsere Mahlkönig Guatemala, eine professionelle elektrische Kaffeemühle in dieser Disziplin, die wir als Referenzwert einbezogen haben. Ihr Höhepunkt liegt deutlich über allen anderen, sie spielt fast in einer eigenen Liga. Dazu kommt, dass sie als einzige Mühle neben der Guatemala kaum Feinstaub produziert und auch kaum gröbere Kaffeepartikel. Insbesondere bei mittleren bis gröberen Mahlgraden haben Handkaffeemühlen im Regelfall Probleme, ein konsistentes Mahlergebnis zu erreichen. Wenn das Mahlwerk nicht wirklich fest sitzt, gelangen kontinuierlich größere Stücke ohne ausreichenden Mahlvorgang in den Mahlgutbehälter.

Auch für Espressotrinker kann diese Mühle sehr interessant sein, da der typische zweite Höhepunkt der Kurve auch bei der Comandante vorhanden ist. Der Anteil an “Fines”, der den schnellen Durchfluss bei der Espressozubereitung verhindert und den charismatischen Geschmack und die Crema hervorruft, ist hier sehr ausgeprägt.
Insgesamt kann man feststellen, dass sich die Comandante im Hinblick aufs Mahlergebnis deutlich von allen anderen Mühlen unterscheidet.

 

Hochwertige Qualität
Hochwertig und stabil
Auf die Comandante kann man immer zählen

Woher kommt dieser signifikante Unterschied?

Die Mühle arbeitet mit einem Kegelmahlwerk aus hochstickstoffhaltigem Edelstahl, der in einem patentierten Verfahren hergestellt wird. Dieser Edelstahl ist nicht nur extrem langlebig sondern auch sehr scharfkantig. Die Kanten werden sogar extra einzeln nachgeschärft. Deswegen erreicht die Comandante sogar ein homogeneres Mahlergebnis als die meisten elektrischen Kaffeemühlen.

Darüber hinaus hat die Handmühle zwei Achsen, die den mittleren, länglichen Stab (die sogenannte Welle) stabilisieren. Diese Befestigung sorgt dafür, dass sich der innere Teil des Mahlwerks nicht bewegt und keinerlei gröbere Kaffeepartikel in den Mahlgutbehälter gelangen. Diese effiziente Bauweise wird mittlerweile von anderen Herstellern kopiert, wie z.B. von der Zassenhaus Quito. Gewundert hat uns trotzdem, dass die meisten getesteten Mühlen dennoch nach wie vor nur eine Achse besitzen.
Ca. 35 Mahlgrade können über ein kleines Rädchen an der Unterseite des Mahlwerks einfach eingestellt werden. Damit bietet die Handmühle sehr viel Spielraum für jegliche Zubereiter. Natürlich kann sie nicht mit der Vielzahl an Espressomahlgraden klassischer Espressomühlen mithalten, aber dafür ist eine Handmühle ja auch nicht gemacht. Ein Finetuning des Espressos ist mit ihr also nicht möglich, weshalb man sie als einzige Mühle für die Espressomaschine eher nicht benutzen sollte.

Auch bei der Bedienung der Mühle merkt man den Klassenunterschied der Comandante. Ein doppeltes Kugellager unterstützt die Kraftübertragung und vermindert den eigenen Kraftaufwand. Da fängt selbst der sonst eher nervige Mahlvorgang an, Spaß zu machen. Die Bohnen werden fast doppelt so schnell gemahlen wie bei den restlichen Testmühlen, wobei die Drehbewegung sehr viel einfacher und abgerundeter funktioniert. Das liegt auch an der Form der Kurbel, die anders als bei den anderen Handmühlen zum Mittelpunkt der Mühle geschwungen ist. Dadurch sitzt der Deckel des Bohnenbehälters besonders fest beim Mahlvorgang, die Kraftübertragung wird unterstützt und die Mühle liegt besser in der Hand.
Abgerundet wird das Auftreten der Comandante nicht nur durch ein schönes Design, sondern auch durch ausschließlich hochwertige Materialien. Schon beim ersten Anfassen der Handmühle wird sofort klar, dass man hier eine professionelle Mühle in der Hand hat. Keine Spur von Kunststoff.

Die Mühle wirkt von vorne bis hinten sehr durchdacht. Die Füllmenge von 40g Kaffee reicht für jeden Zubereiter aus, trotzdem wird ein zweites verschließbares Glas mitgeliefert, falls man auf Vorrat mahlen möchte. Zur Reinigung der Mühle kann man das Mahlwerk sehr einfach komplett entnehmen. Einzig die ausführliche Reinigung des Bohnenbehälters kann sich als etwas aufwendiger erweisen, da es zwei Achsen gibt und nicht alle Stellen super erreichbar sind. Dieser minimale Mehraufwand ist aber nur erwähnenswert, weil uns sonst kein weiterer negativer Punkt aufgefallen ist.

Außer dem Preis. Wenn der nicht wäre, würde wohl jeder von uns zuhause stolz seine Comandante im Zimmer stehen haben. Für etwas mehr als 200 Euro ist die Handmühle mit Abstand die teuerste auf dem deutschen Markt. Aber auch mit Abstand die beste.

Fazit: Die Comandante ist sicherlich keine Anschaffung für jedermann, aber eine sehr hochwertig produzierte Mühle, die den Mahlvorgang zur bequemen Freude macht und dabei ein Mahlergebnis liefert, dass selbst die elektronische Konkurrenz zum Staunen bringt.

Günstige Alternative: Zassenhaus Quito

Wenn dir die Comandante zu teuer ist und du auf der Suche nach einer sehr guten aber günstigen Alternative bist, dann ist die Zassenhaus Quito die richtige Wahl für dich.

Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm. Die Quito ist unserem Testsieger in vielerlei Hinsicht nachempfunden. Und verdeutlicht damit auch, welche Leistung die Comandante als Pionier der Handmühlen erbracht hat. Man kann solche Nachahmungen finden wie man möchte, wichtig für das Ergebnis der Quito war aber nur eines: es ist eine gute Nachahmung. Keine Rixow.
Auch die Quito kann beim Mahlergebnis der Comandante nicht mithalten, erreicht aber eine ähnliche Homogenität wie die Guatemala und die Porlex. Bei dem Anteil an groben Kaffeepartikeln zeigt sich aber der Klassenunterschied der Comandante und der Guatemala, die im Prinzip keinen groben Anteil haben. Hier ist auch die Porlex leicht stärker als die Quito, was zunächst erstaunlich ist, da das Mahlwerk der Mühle von Zassenhaus ähnlich wie bei der Comandante durch eine doppelte Achsenlagerung befestigt ist. Dennoch sitzt das Mahlwerk nicht ganz so fest, ansonsten wäre der Anteil an gröberen Partikeln nicht so hoch. In der sonstigen Verteilung sind sich die beiden Mühlen ähnlich. Der zweite Höhepunkt im Bereich der feineren Partikel ist bei der Quito nicht ganz so ausgeprägt wie beim Original und beim Feinstaub bemerkt man keinen nennenswerten Unterschied.
Insgesamt schneidet die Quito in dieser Wertung also etwas schlechter ab als die Porlex. Da sie aber doppelt so viele Mahlstufen besitzt und damit deutlich mehr Spielraum für sämtliche Zubereiter bietet, liegt sie in der Gesamtbetrachtung vor der Porlex.

Bei der Mühle des deutschen Herstellers lassen sich ca. 25 Mahlgrade durch das gleiche System wie beim Testsieger einstellen. Auch das Mahlwerk an sich sieht sehr ähnlich aus, hält man beide Mahlwerke in der Hand, bemerkt man aber den Unterschied. Das Mahlwerk der Quito ist nicht ganz so schwer und nicht ganz so scharf und kann auch deswegen nicht ganz mit dem patentierten Edelstahl der Comandante mithalten. Dennoch hält sich die Kritik in Grenzen: der Hersteller vergibt sogar 25 Jahre Garantie auf das Mahlwerk.

Als äußerst nutzerfreundlich hat sich der Mahlvorgang erwiesen

Die Mühle arbeitet wie unser Favorit mit einem doppelten Kugellager, was das Mahlen deutlich vereinfacht. Dadurch erreicht die Zassenhaus eine ähnliche Mahlgeschwindigkeit wie die Comandante und liegt ähnlich gut in der Hand. Das ist definitiv einer der größten Vorteile, da der Mahlvorgang so deutlich angenehmer als bei der Konkurrenz abläuft. Einziger Unterschied: die Kurbel ist nicht so geformt wie bei der Comandante, wo die Kraftübertragung noch ein bisschen besser funktioniert. Außerdem löst sich der Deckel des Bohnenbehälters beim schnellen Mahlen relativ schnell, sodass man ihn manchmal mit den Fingern festhalten muss. Da die Mühle dennoch deutlich komfortabler ist als der Rest, können wir ihr diesen kleinen Makel verzeihen.

Außerdem ist die Handmühle hochwertig verarbeitet. Sie besteht zu einem Großteil aus Edelstahl und hat ein Schraubglas als Behälter für das Kaffeemehl. Leider wird zu diesem Schraubglas kein extra Verschluss mitgeliefert, ansonsten könnte man das Kaffeemehl auch aufbewahren. Außerdem besteht der Deckel des Bohnenbehälters und die doppelte Achsenlagerung jeweils aus Kunststoff. Aber auch diese Punkte sind bei anderen Vertretern in der Preisklasse ähnlich.

Was gibt es also an der Mühle auszusetzen?

Bis auf die bereits genannten Details die in der Verarbeitung und Bedienung noch abgerundet werden könnten, nicht viel. Beziehungsweise nichts. Außer vielleicht das leuchtende Edelstahlgewand. Man bekommt das Gefühl, die Quito würde selbst im Dunkeln strahlen. Wir würden ganz normal gebürsteten Edelstahl vorziehen. Aber das ist ja zum Glück Geschmackssache.

Fazit: Die Zassenhaus Quito kann zwar nicht mit dem Original mithalten, aber das muss sie auch nicht. Sie bietet ein gutes Mahlergebnis und sehr viel Flexibilität durch viele Mahlstufen. Außerdem hat sie eine hohe Mahlgeschwindigkeit, ist komfortabel beim Mahlvorgang und gut verarbeitet. Die gute aber günstige Alternative zur Comandante.

Die Homogenität des Mahlgutes haben wir mit dem Keck Sand Shaker getestet

Durch unterschiedlich große Siebe lassen sich die Kaffeepartikel voneinander trennen, und man kann messen, wie gleichmäßig das Mahlergebnis der jeweiligen Mühle ist. Um die Größe der einzelnen Siebe festzulegen, haben wir mit unserer Mahlkönig Guatemala Kaffee für den Handfilter gemahlen und getestet. Dafür haben wir 10g Kaffee in dem Keck Sand Shaker so lange geschüttelt, bis keine Kaffeepartikel mehr auf den Boden des Shakers gefallen sind (ca. 3 – 5 Minuten). Wichtig bei der Auswahl der Siebgrößen war uns, dass sich an den beiden äußeren Sieben kaum Kaffeepartikel sammelt.

Der Keck Sand Shaker
Frisch gemahlen
Das Kaffeesieb

Preis-Leistungs-Sieger: Porlex Mini

In dieser Wertung hat sich die Porlex Mini leicht vor der Hario Mini Mill durchgesetzt. Sie bietet ein erstaunlich homogenes Mahlergebnis für ihre Preisklasse.

Auch bei gröberen Mahlgraden ist der Anteil an großen Kaffeestückchen im Mahlgut relativ gering, da die Achse des Mahlkegels durch eine Feder stabilisiert wird. Was sich auf der einen Seite des Spektrums zeigt, wird auch beim Feinstaub sichtbar. Die Mühle des japanischen Herstellers produziert sehr wenig Kleinstpartikel. Dabei fehlt selbst der “gesunde” Anteil an Fines für die Espressozubereitung, der auch bei der Comandante ausgeprägt ist. Für alle sonstigen Zubereiter ist dieser Anteil aber nicht notwendig. Insgesamt landet die Porlex mit ihrem Mahlergebnis auf Platz 2. Damit ist sie sogar leicht besser als die Zassenhaus Quito, bietet aber mit ihren 13 Mahlgraden deutlich weniger Flexibilität als die Mühle des deutschen Herstellers.

 

Porlex at its best
Gelingt gut mit der Porlex
Mini und Tall

Der Mahlgrad lässt sich über eine kreuzförmige Schraube einfach einstellen. Das Prinzip ist das gleiche wie bei der Comandante: bei jedem Klick verstellt sich der Mahlgrad. Beim Verstellen solltest du darauf achten, die Mühle auf den Kopf zu drehen, ansonsten können sich gröbere Kaffeepartikel im Mahlwerk verkeilen und es beschädigen.

Beim Mahlvorgang liegt die Mühle sehr gut in der Hand und lässt sich angenehm betätigen

Die Halterung der Kurbel ist schlitzförmig, wodurch sie sehr fest sitzt. Die ältere Version der Porlex hatte hier eine sechseckige Aufhängung, die nach Abnutzung rund wurde und sich nicht mehr bedienen ließ. Der Gummiring sorgt für noch mehr Komfort, da die Mühle dadurch deutlich griffiger ist. Leider ist er bei der Porlex Tall nicht vorhanden, die zwar 10g mehr Fassungsvermögen hat, dafür aber in der Bedienung einbüßt. Insbesondere für kleine Hände ist die große Version der Porlex schon etwas unpraktisch. Bei ihr hat man dauerhaft das Gefühl, der Mahlgutbehälter sitzt nicht richtig fest und man müsse ihn mit dem Rest der Mühle festhalten. Mit großen Händen ist das weniger problematisch, mit kleinen Händen extrem. Außerdem eignet sich die Mini dank ihrer Größe perfekt zum Reisen.

Auch im Hinblick auf die Verarbeitung wird die Porlex ihrem durchweg gutem Testergebnis gerecht. Sie arbeitet mit einem hochwertigen Kegelmahlwerk aus Keramik und ist komplett aus Edelstahl gefertigt. Die Kurbel ist leicht geschwungen, um eine noch bessere Kraftübertragung zu ermöglichen.

Gibt es Nachteile?

Wenn man diese allerdings im Verhältnis zum Preis betrachtet, verlieren sie ihre Bedeutung nahezu total. Wie schon erwähnt, ist der Spielraum der Mühle mit lediglich 13 Mahlgraden relativ begrenzt. Damit bietet die Porlex trotz ihres günstigen Preises mehr Flexibilität als viele teurere Mühlen. Insbesondere, da sie grobe Mahlgrade hier im Gegensatz zu vielen anderen Vertretern durchaus gut verwendet werden können. Als weiteren kleinen Nachteil sehen wir die geringe Füllmenge von 20g. Diese reicht allerdings auch für die meisten Zubereiter aus und ein zweiter Mahlvorgang ist auch kein großer Mehraufwand.

Fazit: Die Porlex Mini liefert ein erstaunlich gutes Mahlergebnis, ist sehr solide verarbeitet und lässt sich gut bedienen. Sie gehört zu den besten Mühlen im Test, obwohl sie relativ preiswert ist. Die beste Wahl für alle, die Lust auf guten Kaffee haben, aber eine preiswerte Mühle suchen. Aufgrund ihrer geringen Größe ist sie zudem perfekt als Reisemühle geeignet.

Woher kommt das Gesamtergebnis?

Unser Fokus lag insbesondere auf der Qualität des Mahlgutes.Um diese Qualität zu beurteilen, haben wir die Homogenität und den Feinstaub für jede Testmühle beim mittleren Mahlgrad für Filterkaffee ausführlich getestet. Auch die Anzahl und Abstufung von den Mahlgradeinstellungen fließt in dieses Kriterium mit ein, welches 50% des Gesamtergebnisses ausmacht. Hier haben wir also beurteilt, ob die Mühle ein gutes Mahlergebnis liefert und dabei genügend Spielraum für unterschiedliche Zubereiter oder Kaffeesorten bietet.

Abgerundet wird das Gesamtergebnis von der Bedienung (30%) und der Verarbeitung (20%) der Mühlen. Hierbei steht die Bedienung leicht im Vordergrund, da eine schwer bedienbare Handmühle dich tagtäglich beim Mahlvorgang stören würde. Für diese Kriterien haben wir uns u.a. das Handling, die Einstellung des Mahlgrads, die Reinigung, das Material oder bekannte Problematiken der einzelnen Mühlen genauer angeschaut.

Unsere Preis-Leistungs-Wertung ist dann einfach simple Mathematik und berechnet sich aus dem Gesamtergebnis und dem Preis der Mühle.

Weitere Mühlen im Test

Rixow

Auf den ersten Blick wirkt die Rixow wie ein Ebenbild der Porlex. Und das für 30€ weniger! Darüber sollte man doch nicht zweimal nachdenken, oder? Oh doch, denn der günstige Preis ist zugleich der einzige “Vorteil” der Mühle.

Die meisten Unterschiede zur Porlex fallen erst bei genauerer Betrachtung auf. Alle “nicht so wichtigen” Teile aus Kunststoff gefertigt sind. Wie der Griff, die Achse und die Rändelschraube des Mahlwerks. Leider sitzt das Mahlwerk auch nicht ganz so fest wie bei der Porlex. Dazu kommt, dass die Schraube anders geformt ist und sich nicht so leicht verstellen lässt. Darüber hinaus “klickt” das Mahlwerk nicht so gleichmäßig wie bei der Porlex beim verstellen des Mahlgrades, weshalb man als Nutzer nicht immer weiß, ob man den Mahlgrad nun verstellt hat, oder nicht.
Der entscheidendste Grund gegen die Rixow ist allerdings ihr Mahlergebnis. In unserer Mahlgutbetrachtung kannst du sehen, dass die Mühle deutlich anders mahlt als die Porlex. Sie produziert am meisten Feinstaub und grobe Partikel zugleich. Sprich: das Mahlergebnis ist das genaue Gegenteil von homogen. Und das, obwohl das Mahlwerk fast identisch aussieht.

Auch der Mahlvorgang an sich dauert bei der Rixow ca. ⅓ der Zeit länger als bei der Porlex. Da die Porlex auch nicht die schnellste Mühle ist, kann das Mahlen hier schon zu einem echten Aufwand werden. Abschließend ist uns auch noch aufgefallen, dass die Halterung der Kurbel ein Sechseck ist. Also der Halterung der alten Porlex entspricht. Die neue Porlex hat eine viereckige Halterung. Warum ist das wichtig? Die sechseckige Halterung wird nach einiger Zeit abgenutzt und rund. Dann lässt sich die Kurbel nicht mehr betätigen und du kannst die Mühle wegschmeißen. Du solltest dir also doch zweimal überlegen, dir einfach sofort die gute Porlex zu kaufen.

Hario Mini Slim Plus

In der Preis- Leistungs- Wertung wurde die Mini Mill nur ganz knapp von der Porlex geschlagen. Sie ist die günstigste und kleinste Mühle aus dem Hause des japanischen Herstellers. Obwohl abgesehen von dem Keramik-Mahlwerk hauptsächlich Kunststoff verarbeitet ist, sieht sie klassisch schick aus und liegt gut in der Hand. Sie ist in unseren Augen trotz des günstigen Materials besser verarbeitet als die Rixow, weil sie deutlich stabiler und damit eher für langfristigen Gebrauch geeignet ist.

Wenn du dir wirklich eine günstige Mühle zulegen möchtest: günstiger als die Hario Mini wirst du nichts vergleichbar gutes finden.
Das Mahlergebnis ist schon extrem viel besser als das von der Rixow. Die Hario Mühle produziert deutlich weniger Feinstaub und lässt nur halb so viele gröbere Partikel in den Mahlgutbehälter. Zwar sitzt auch hier das Mahlwerk nicht wirklich fest, aber die Größenverteilung der Kaffeepartikel spricht für sich.

15 Mahlgrade lassen sich unkompliziert einstellen und der Mahlvorgang funktioniert reibungslos. Leider dauert das Mahlen mit der Mini schon relativ lange, aber dafür bezahlt man auch verhältnismäßig wenig. Insgesamt ist die Hario Mini also als günstigen Einstieg oder als Reisemühle zu empfehlen, man sollte bei ihr aber nicht die größten Erwartungen haben. Alle, die im Regelfall mehr als 20g Kaffee mahlen sollten sich eher für eine größere Mühle entscheiden, die schneller mahlt. Ansonsten kann der Mahlvorgang zu einem echten Aufwand werden.

Hario Skerton Plus

Die Skerton ist der “große Bruder” der Mini Mill, weist aber auch einige Gemeinsamkeiten mit der Canister auf. Man könnte sie als eine Mischform der beiden Mühlen bezeichnen.

Sie kostet zwar nur etwas mehr als die Mini Mill, wirkt aber hochwertiger und robuster. Auch sie besteht zum Großteil aus Kunststoff, aber der Auffangbehälter ist aus Glas. Die Skerton liegt gut in der Hand und mahlt deutlich schneller als die Mini Mill. Man kann sie gut in der Hand bedienen, sie hat aber auch einen rutschfesten Gummiaufsatz für den Glasboden, falls man sie lieber zum Mahlen auf den Tisch stellt.
Leider wurde in der Skerton ein sehr ähnliches Mahlwerk wie in der Canister verbaut. Der einzige Unterschied: hier gibt es noch eine zweite Achsenlagerung, das Mahlwerk sollte also etwas stabiler sitzen. Das zeigt sich aber leider nicht in der Mahlgutbetrachtung. DIe Skerton produziert einen ziemlich großen Anteil an groben Kaffeepartikeln. Außerdem ist die Partikelverteilung nicht so homogen wie bei den anderen Kaffeemühlen. Was im Graph erstmal wegen dem geringen Höhepunkt extrem unhomogen aussieht, ist dabei gar nicht so schlimm zu werten. Bei der Skerton verteilt sich die Masse der Kaffeepartikel zwar auf 2 unterschiedliche Siebe, diese sind aber aneinander angrenzend. Sprich: ein hoher Anteil der Partikel liegt dennoch in einem engen Bereich. Der große Anteil an groben Partikeln hingegen ist negativ zu bewerten. Insgesamt kann man hier sagen, dass das Mahlergebnis schlechter ausfällt als bei der Mini Mill. Schade!

Auch bei der Einstellung der ca. 12 Mahlgrade kann die Skerton nicht überzeugen. Zunächst muss die obere Schraube abgedreht werden und der Griff zum Mahlen abgenommen werden, damit das Rädchen zur Mahlgrad-Justierung bewegt werden kann. Dieses Rädchen wird durch das Aufsetzen und Anschrauben der Kurbel fest fixiert. Beim schnellen Kurbeln kann es aber passieren, dass sich die oberste Schraube lockert und damit auch die Kurbel. Nicht wirklich vorteilhaft.

In der Gesamtbetrachtung kann sich die Skerton also nur im Hinblick auf die Verarbeitung und die Mahlgeschwindigkeit gegen die Mini Mill durchsetzen, in der Bedienung und Mahlgut haben beide ihre Stärken und Schwächen. Auch die Skerton ist dank ihres günstigen Preises sehr preis-leistungs-stark, aber lediglich als günstige Einstiegsmühle zu empfehlen.

Hario Canister

Leider gehört die Hario Mühle im Retro- Design auf funktioneller Ebene zu den Verlierern unseres Tests. Sie besticht durch ihre schöne Optik und die hochwertige Verarbeitung und ist eher eine Liebhabermühle für Nostalgiker.

Schaut man sich das Mahlgut genauer an, bemerkt man zunächst eine erstaunlichen Höhepunkt in der Verteilung der Kaffeepartikel. Dieser wird allerdings stark von den beiden Extrema getrübt: Die Canister lässt leider sehr viele grobe Partikel ungemahlen und produziert etwas mehr Feinstaub als die Konkurrenz. Von richtiger Homogenität kann hier nicht gesprochen werden. Das liegt daran, dass das Mahlwerk relativ locker sitzt. Hier wäre eine doppelte Achsenlagerung mehr als sinnvoll.

Auch im Hinblick auf die Bedienung kann die Canister nicht wirklich überzeugen. Die Einstellung des Mahlgrads funktioniert genau wie bei der Skerton und bietet mit 5 Einstellungen relativ wenig Spielraum. Dazu kommt, dass man sie zum kurbeln zwischen die Beine klemmen muss oder auf den Tisch stellen. Wir haben die anderen Handmühlen beim Mahlvorgang als angenehmer empfunden. Dafür mahlt die Canister relativ schnell.

Ein weiterer Vorteil ist der große Mahlgutbehälter, der sich mit Hilfe eines Korkens auch luftdicht verschließen lässt.
Zusammenfassend betrachtet punktet die Canister also durch ihre hochwertige Verarbeitung und schöne Optik, kann aber nicht das beste Mahlergebnis liefern und ist auch nicht die praktischste Mühle im Test.

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